EGM - Entomologische Gesellschaft Magdeburg seit 1920
EGM - Entomologische Gesellschaft Magdeburgseit 1920

April 2015

                         Bericht zum Treffen der

                         Entomologischen Gesellschaft Magdeburg (EGM)

                         am Museum für Naturkunde Magdeburg

          

Datum :            21.04.2015

Ort :                 Tammi´s Bauernstübchen, Zerrennerstraße 33,

                        39110 Magdeburg, Tel.: 731 0116

Thema :           Abend mit freier Thematik

Referent :        ohne

Teilnehmer :    Böttcher, Dr. Steffen

                        Doberitz, Dr. Gerhard

                        Elias, Otto

                        Göricke, Peter

                        Guth, Maik

                        Pellmann, Dr. Hans

                      

  1. Protokollkontrolle

Der Berichtsentwurf zur Zusammenkunft vom April 2015 wurde den Teilnehmern zugestellt  und mit einer Ergänzung als Endfassung verschickt.

 

  1. Einzelthemen

Insektensammlung Alfred Fischer

Die Aufarbeitung der Sammlung kann bis zum Ende dieser Woche mit der Fertigstellung der einheitlichen Kastenetiketten und des Gesamtartenverzeichnisses fertiggestellt werden. Erste Abstimmung zur Übergabe der Sammlung erfolgte bereits mit einem Vertreter des Bürgervereins Weferlingen.

 

Entomologische Einzelbeobachtungen

Dr. Gerhard Doberitz berichtete von der Sichtung eines Großen Fuchses Nymphalis xanthomelas am 08.April im Magdeburger Herrenkrug. Ergänzen konnte Maik Guth diese Artbeobachtung bereits am 10. und 15. März im Raum Cahlenberge.

Maik Guth konnte auch die folgenden Beobachtungen mitteilen: Mehrfache Sichtungen seit Mitte März des Admirals Vanessa atalanta und des Weißen C Polygonia c-album bei Calenberge und des Waldbrettspiels Pararge aegeria egerides am 20. April bei Altenhausen.

Dr. Steffen Böttcher konnte vermutlich den Faulbaumbläuling Celastrina argiolus am 21. April zwischen Vinzelberg und Wittenmoor beobachten. Es wird versucht, durch einen Beleg die noch unsichere Determination zu bestätigen. Ergänzend berichtete er von der Sichtung des Trauermantels Nymphalis antiopa bei Hermsdorf am 16. April.

Dr. Gerhard Doberitz präsentierte einen auf Rindenbruchstück befindlichen Kokon des Großen Gabelschwanzes Cerura erminea, gefunden bei Harzgerode und geschlüpft am 19. April. Das Belegstück wurde nach Begutachtung Dr. Hans Pellmann für die Sammlungen des Naturkundemuseums Magdeburg überlassen.

Er empfahl auch ergänzend allen gärtnernden Entomologen aufmerksam beim Umgraben zu sein! Er fand bei Frühjahrsarbeiten im Garten in Magdeburg Reform eine Schmetterlingspuppe. Ob es sich tatsächlich wie vermutet um eine Cossidae-Puppe handelt, wird sich erst sicher nach Falterschlupf erweisen. Dr. Steffen Böttcher übernahm die Puppe und wird berichten.

 

Transektforschungen aktuell und historisch

Peter Göricke berichtete in Vorbereitung auf das neue EVSA-Projekt Dübener Heide, dass im Gebiet u.a. Untersuchungen zur Fauna (Heteroptera durch Dr. M. Brändle und Dr. Chr. Rieger, Auchenorrhyncha durch Dr. S. Neumann, Carabidae durch Dr. A. Stubbe) und zur Flora durch Dr. A. Amarell in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts in einem Testflächentransekt (ca. 10 Untersuchungsgebiete) auf einer Linie von 15 -20 km Länge von den Kraftwerken bei Bitterfeld-Wolfen bis in den Raum Bad Schmiedeberg stattfanden. Dabei wurde insbesondere der Einfluss der Flugasche auf die Natur in Kiefernforsten untersucht.

Historische Untersuchungen zur Fauna von Kiefernkronen in der Colbitz-Letzlinger Heide

In den vorgenannten Untersuchungen von Brändle & Rieger (1999) wurde u. a. auch auf alte Untersuchungen in den Jahren 1936 bis 1937 von Dr. H. Engel (1941) zur Faunistik in Kiefernkronen in der Colbitz-Letzlinger Heide Bezug genommen. P. Göricke erläuterte dazu, dass für die Untersuchungen Kiefern gefällt wurden, die auf weiße Tücher fielen. Das aus den Kronen herausgeklopfte Material wurde in Alkohol überführt und faunistisch ausgewertet: Insgesamt 352 Insekten- und Spinnenarten davon 71 Arten Coleoptera, 53 Arten Lepidoptera, 36 Arten Heteroptera. Dr. H. Pellmann berichtete über moderne Methoden zur Erforschung von Wipfelfaunen durch Begasung.

 

Lepidopterenfauna des Hochharzes

Die dankbarer Weise vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt und in persona von Dr. P. Schnitter bereitgestellten Exemplare von Dr. T. Karisch „Die Schmetterlinge (Lepidoptera) im Hochharz Sachsen-Anhalts“ (LAU 2014, 437 S.) wurden durch P. Göricke den EGM-Mitgliedern Dr. G. Doberitz, O. Elias, M. Guth und H. Preydel übergeben. P. Göricke wird versuchen, ein weiteres Exemplar für Dr. St. Böttcher (Sachsen) zu beschaffen.

 

Information zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung am

Museum für Naturkunde Magdeburg 

Dr. Hans Pellmann informierte über die Fertigstellung des finalen Abschnittes der neuen Dauerausstellung „Eiszeitalter – Klimawandel und Evolution bis zur Gegenwart“ am Museum für Naturkunde Magdeburg. Zur Eröffnung der neuen Ausstellung am 29. April 2015 lud er mit Übergabe von Einladungsflyern die Anwesenden und mögliche Interessierte in das Museum für Naturkunde ein.

Interessante Aspekte der 105. Tagung Thüringer Entomologen am 18. April 2015

Als hervorragende und weiterführende Diskussionsgrundlage mit vielen interessanten Fakten und Verbindungen zwischen Insektenbiologie und Technik kann man den Vortrag von Prof. Dr. Bernd Hill nennen, der den insektennahen Teil der Bionik beleuchtete.

Von Dr. Robert Trusch wurde über die Schmetterlingsfaunistik Südwestdeutschlands berichtet - mit dem Höhepunkt der von ihm in diesem Frühjahr für Deutschland nachgewiesenen dritten Jungfernart. Das Purpurweiden-Jungfernkind Boudinotiana touranginii (BERCE, 1870). Er berichtete auch über die Arbeit der offenen Plattform InsectIS (Entomofaunistisches Informationssystem).

Weitere Themen bezogen sich auf Schaderregerverbreitung durch internationalen Handel sowie auf Probleminsekten in Haus und Garten mit Beispielen aus Thüringen.

 

Historische entomologische Literatur

Dr. Steffen Böttcher informierte über die Zugriffsmöglichkeit auf historische Literatur zur Entomologie aus dem Internet über den folgenden Link:

http://www.entomologische-literatur.de/index.php?id=57

Das von ihm erwähnte Werk ist aus der o.a. Sammlung, hat aber 9 MB. Dazu bitte bei: W-Wernicke-Praeparation.pdf  nachschauen.

Als Grundlage zur angesprochenen Goldafterkalamität siehe hier:

http://www.actias.de/p121753-euproctis-chrysorrhoea.html#post121753

In diesem Zusammenhang bat er um Aufnahme des nachstehenden Hinweises auf die geplante Insektenbörse Dessau:

http://www.myheimat.de/dessau/ratgeber/internationale-insektenboerse-in-dessau-d2673247.html

 

Zum Tode Dr. Heidrun Heidecke

Heidrun Heidecke verstarb völlig unerwartet am 10. April 2015. Sie war von 1994 bis 1998 Ministerin u.a. für Umwelt in Sachsen-Anhalt. Die Verfolgung der Prozesse bei der Gestaltung von Braunkohlefolgelandschaften bildete in den letzten Jahren ihren wissenschaftlichen Lebensschwerpunkt. Ihr hervorragendes Engagement für mehr Wildnis in Deutschland wurde 2012 mit dem Deutschen Naturschutzpreis anerkannt.

Sie war als engagierte Libellenexpertin lange Jahre Mitglied der Entomologischen Gesellschaft Magdeburg und organisierte mehrfach Exkursionen in das rekultivierte ehemalige Tageabbaugebiet der Goitzsche. Heidrun Heidecke war stets eine kompetente und hilfsbereite Ansprechpartnerin. Wir werden sie in ehrendem Gedenken in Erinnerung behalten.

 

Die nächste planmäßige Zusammenkunft findet am 19. Mai an gewohnter Stelle statt.

Magdeburg, den 22.04.2015

 

Otto Elias

 

 

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© Holger Breitbarth