EGM - Entomologische Gesellschaft Magdeburg seit 1920
EGM - Entomologische Gesellschaft Magdeburgseit 1920

November 2015

  Bericht zum Treffen der Entomologischen

  Gesellschaft Magdeburg (EGM)

  am Museum für Naturkunde Magdeburg

          

Datum :           17.11.2015

Ort :                 Tammi´s Bauernstübchen, Zerrennerstraße 33,

                          39110 Magdeburg, Tel.: 731 0116

Thema :           Abend mit freier Thematik

Referent :        ohne

Teilnehmer :   Breitbarth, Holger

   Böttcher, Dr. Steffen

   Doberitz, Dr. Gerhard

   Elias, Otto

                           Göricke, Peter

                           Guth, Maik

   Pellmann, Dr. Hans

                           Preydel, Heiko

                       

  1. Protokollkontrolle

  

Der Berichtsentwurf zur Zusammenkunft vom Oktober 2015 wurde den Teilnehmern zugestellt  und ohne Ergänzungswünschen als Endfassung verschickt.

 

  1. Sonstiges

 

Die vorletzte Zusammenkunft vereinte nach langer Zeit wieder einmal alle aktiven und die Zusammenkünfte nutzenden Mitglieder in geselliger Runde.

 

Die zu besprechenden Themen wurden eröffnet mit einer Vereinbarung zur Aufrechterhaltung unserer Homepage  www.entogema.de  nach Ablauf der kostenlosen vierteljährlichen Probezeit. Es wurde nach Diskussion einvernehmlich vereinbart, dass die anwesenden Mitglieder (ausgenommen Dr. Doberitz) die anteiligen, aufgerundeten Jahreskosten von 20,-€ gemeinsam tragen. Holger Breitbarth als Bearbeiter der Homepage, übernimmt die Kasse und führt ein Kassenbuch. Der entstehende, gewollte Überschuss wird nach Mehrheitsbeschluss zu besonderem Anlass der EGM verwandt. Die Einzahlung für 2016 erfolgte unkonventionell im Rahmen der Zusammenkunft.

 

Otto Elias informierte über aktuelle Entwicklungen zum neuen Kulturgutschutzgesetz. Nach den von den Karlsruher Kollegen zur Verfügung gestellten Informationen wird das geplante Gesetz nicht allein Kunstsammlungen und archäologische Schätze umfassen, sondern auch „unter Kulturgut jede bewegliche Sache oder Sachgesamtheit von künstlerischem, geschichtlichen oder archäologischem Wert oder aus anderen Bereichen des kulturellen Erbes, insbesondere von paläontologischem, … oder wissenschaftlichen Wert“ subsummieren. Mit der denkbaren „Kulturgut“-Unterstellung einer wissenschaftlichen privaten Insektensammlung müsste der private Sammler bei einer geplanten Schenkung seiner Sammlung an z.B. ein Museum für Naturkunde „künftig Papiere vorweisen, die er meist gar nicht haben kann.“

Zur Vermeidung einer mit dem neuen Gesetzentwurf drohenden Entmündigung sammelnder Bürger, zur Sicherung von Kulturgut in privater Hand und einer Zusammenarbeit von Privatsammlern und öffentlichen Einrichtungen wird den Mitgliedern empfohlen, über die in dem Link www.openpetition.de/petition/online/fuer-den-erhalt-des-privaten-sammelns enthaltene Online-Petition eine Änderung des Gesetzentwurfes zu fordern.

 

Otto Elias informierte im Rahmen einer kurzen Auswertung seiner Beobachtungsergebnisse der Großschmetterlinge des laufenden Jahres, dass der seit 33 Jahren von der FG/EGM kartierte Fundort „Ramstedter Forst“ mit Jahresbeginn 2016 erloschen sein wird. Nach Information von Mitarbeitern des Kaliwerkes wird das letzte verbliebene Waldstück bis Jahresende gerodet und unter Steinsalz-Abraum verschwunden sein. In 2015 wurden mit Genehmigung des Kaliwerkes am eingefriedeten Restbestand noch 3 Lichtfänge durchgeführt. Im Ergebnis wurden 5 neue Arten für diesen Bereich festgestellt, um damit die nun ehemalige Bestandsliste mit 475 Arten Macolepidopteren abgeschlossen. Nach dieser Liste konnten die bereits von Bornemann (1912) für dieses Gebiet festgestellten Arten auch bis zu den letzten Jahren nachgewiesen werden.

Eine geplante Erkundung in der weiteren Umgebung des ehemaligen Fundortes nach einem  vergleichbaren Altholzbestand (auch zur Feststellung des Fortbestandes der Käferpopulationen) wird zeigen, ob und wie gravierend die Auswirkungen der erfolgten Flächenumnutzung sein werden.

 

Der Kontakt zum ehemaligen Fachgruppenmitglied Guido Huelzensauer nach Neuseeland wird von Otto Elias aufrechterhalten. In der jüngsten ausführlichen Email berichtet „unser Auswanderer“ von gelegentlicher Schwierigkeit, dort Aspekte Deutscher Gründlichkeit im Handwerksbereich zu praktizieren. Das zweite berufliche Standbein, die nachhaltige und chemiefreie Imkerei bereitet dort kaum weniger Schwierigkeiten. Vom Eigenbau der Bienenboxen und Rahmen aus unbehandelten Stämmen, die von ihm praktizierte aber  kaum vorhandene und kritisch gesehene behandlungsfreie Kleinzell-Bienenhaltung bis hin zu neuerdings vermehrtem Widerstand bei Einsatz seiner Völker zur Bestäubung auf fremden Flächen, macht das Leben dort nicht leichter. Dafür entschädigt ihn und seine Familie aber sein selbst produzierter, reiner Honig, regelmäßig genommen als ausgewiesenes Gesundheitsmittel.    

 

Dr. Steffen Böttcher berichtete von der jüngsten Thüringer Entomologentagung am 14.11.2015. Neben interessanten Vorträgen bestand wieder die Möglichkeiten, unklare Taxa von Spezialisten determinieren zu lassen.

 

Heiko Preydel informierte aus seinem beruflichen Alltag, dass erstmalig Reisen auf Grund von Berichten zum Auftreten der gefährlichen Asiatischen Tigermücke storniert wurden. Er brachte ein verdächtiges, auffällig gezeichnetes und in Magdeburg/Nord gefangenes Tier zur Determination mit.

Tigermücken sind ursprünglich süd- und südostasiatisch beheimatet. Sie konnten sich aber in den letzten 30 Jahren weltweit verbreiten und sind im Mittelmeergebiet heimisch geworden. Mit der Anpassung an kältere Regionen ist deren Auftreten auch in unseren Breiten nicht unwahrscheinlich. Ob es sich tatsächlich um eine der aggressiven Tigermücken handelt, die als möglicher Träger des Denguefiebers gilt oder nur um eine harmlose Ringelmücke (Culiseta annulata), wird Dr. Hans Pellmann versuchen zu ermitteln, wozu er den Beleg übernahm.

 

Peter Göricke berichtete über eine geplante, zusammenfassende Publikation der Wanzenfauna der Akener Binnendüne.

 

Die nächste planmäßige Zusammenkunft findet am 15. Dezember unter Leitung von Holger Breitbarth an gewohnter Stelle statt.

 

Magdeburg, den 18.11.2015

 

Otto Elias

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© Holger Breitbarth